Institut für Musik, SS 2014

PS Musik und Emotion

Prof. Dr. Jan Hemming

Terminübersicht (Stand 18.07.2016):

 

15.4.

Entfällt wegen einer Verpflichtung als Gastdozent  

1

22.4. Einführung  

2

29.4. Orientierung im Begriffswirrwarr: Reduktion der Emotionsbegriffe (Shaver et al. 1987), Basisemotionen (Kreutz 2002, Volland 2003, Fritz et al. 2009), Erfahrung (Experience) als Emotionen übergeordnete Kategorie (Hemming 2013)?

Ab 15:30 Durchführung eines Wahrnehmungsexperiments

 


David Visnadi

3

6.5.. Historische Aspekte von Musik und Emotion

1. Affektenlehre des Barock
2. Ästhetik der Romantik

 


Verena Krack

4

13.5.. Produktionsperspektive 1: Ausdrucksästhetik (Hausegger 1885)

Produktionsperspektive 2: Kommunikationsintention (Klausmeier 1978, Zentner & Scherer 1998, 2001)

Jörn Niederstrasser / Andreas Hause

Kertin Kahlert / Drothea Proschko

5 20.5. Probleme der musikalischen Kommunikation von Emotionen:

Lektüre hierzu: Brown (2006): Introduction - "How does music work?"

 

6

27.5. Musikstruktur 1: Verallgemeinerbare Aussagen?

Musikstruktur 2: Ästhetik von unten?

Edi Sommer

7

3.6. Methoden: Continous response measurement Seminarleiter

8

10.6. Rezeption 1: Neurowissenschaftliche Zugänge

Rezeption 2: Empirische Zugänge

 

 

9

17.6. Physiologische Effekte des Musikhörens: Körperliche Reaktionen, 'Gänsehaut' / Chills /  Peak & strong experiences

Musik als psychoaktive Substanz: Ist Musik eine Droge?

Benedikt Schuba / Annika Majweski

Timo Nocke / Benedikt Limp

10

24.6.

Mood-Management

Bianka Kesler

11

1.7. Stanley Kubrick und die Verwendung von Musik bei Clockwork Orange und Odyssee 2001 im Bezug auf die emotionale Wirkung Jonas Meyer

12

8.7. Metal und Aggression

Abschlusserhebung

Dominik Franz / Robin Damm

E. Fischer

  15.7. Entfällt wegen fachpraktischen Prüfungen  

Kommentar:

Jeder kennt die emotionalen Wirkungen der Musik, und doch wird eine Ausrichtung an Emotionen in erster Linie mit der Epoche der Romantik verbunden. Aus jener Zeit stammt auch der irreführende Gedanke, Musik sei eine Sprache der Gefühle. Denn bevor Musik Emotionen auslösen kann, müssen mindestens fünf Stadien unterschieden werden: 1. Der Gefühlszustand des Komponisten/Autors beim Schreiben von Musik (vielleicht ist dieser gerade glücklich, möchte aber trotzdem eine aggressive Musik schreiben), 2. Der beabsichtigte Gefühlsausdruck, 3. Die spezifischen Eigenschaften der Musik (Dur ist keineswegs immer fröhlich, und Moll keineswegs immer traurig), 4. Das Erkennen des Gefühlsausdrucks durch den Hörer, 5. Die (Bereitschaft zur) Übernahme des Gefühlsausdrucks durch den Hörer (dies geschieht keineswegs automatisch, gelegentlich tritt sogar das Gegenteil ein, weshalb Heavy-Metal-Fans als friedlich gelten). In musikpsychologischen Untersuchungen misslingt oft schon das Erkennen von Basisemotionen (Freude, Wut, Angst, usw.) in den Stadien von 2-4, sodass das Übertragen einer Emotion vom Produzenten zum Rezipienten über alle fünf Stadien hinweg lediglich einen Sonderfall unter vielen möglichen Konstellationen darstellt. Anhand aktueller kulturwissenschaftlicher, musikpsychologischer und neurowissenschaftlicher Forschung werden wir das Gebiet primär in Referaten umfassend erschließen.

Anrechenbar für L1M7, L2M6, L3M4, M6 und M7

Anforderungen für die Bestätigung der Modulkomponente:

Regelmäßige Teilnahme, mündliches Referat und/oder schriftliche Ausarbeitung (gerne in Gruppen)

Kontakt:

jan.hemming
@uni-kassel.de

Literatur:

Literaturliste und Materialien (passwortgeschützt)