Institut für Musik, WS 2013/14

VL: Eine Kulturgeschichte von Musik und Drogengebrauch

Prof. Dr. Jan Hemming

Terminübersicht (Stand 18.07.2016):

1

22.10.

Einführung: Stereotyp und Wirklichkeit von Musik und Drogengebrauch

2

29.10. Gegenwart:
- Clubkultur
- HipHop
- Drogen im Alltag von Berufsmusikern

3

5.11. Punk, New Wave und Grunge. Skinheads und rechte Szene.

4

12.11. Heroin in Berlin (und anderswo): Lou Reed, David Bowie, Christiane F., Spliff

5

19.11. Rastaman Vibration: Reggae und Bob Marley

Systematischer Einschub: Trance und veränderte Bewusstseinszustände in der Musik.

6 26.11. Die 1960er Jahre I: Philosophische und theoretische Grundlegungen

7

3.12. Die 1960er Jahre II: Beatles, Rolling Stones, Doors, Jefferson Airplane: Das Konzept einer psychedelischen Kultur

 

10.12 Entfällt aufgrund einer auswärtigen Verpflichtung

8

17.12. Drogen in Jazz / Hermann Hesse: Der Steppenwolf (1927) / Walter Benjamin: Haschisch in Marseille

9

14.1. 'Surrealistic Pillow': Drogen in Dada und Surrealismus / Auswirkungen auf den Beatles-Film "Magical Mystery Tour"

10

21.1. Das 18./19. Jahrhundert: Mozart, Beethoven und Alkohol; Opium und Berlioz, Nietzsche und Chloralhydrat, 'Absinthkultur' etc.

11

28.1. Mittelalter, griechische und römische Antike.

12

4.2 Zurück in die Gegenwart:
- Ist Musik eine Droge?
- Musik in der Psychotherapie / in der Arbeit mit Drogenabhängigen
- Warum gelten Drogen als 'cool'?
  11.2. Entfällt wegen fachpraktischen Prüfungen

Kommentar:

Die Verbindung von Musik und Drogengebrauch ist ein in der Kulturgeschichte durchgehend anzutreffender Topos, der sich bis in die aktuelle Gegenwart fortsetzt. In der Popkultur sind dazugehörige Skandale und Exzesse nicht selten Mittel, um Aufmerksamkeit zu erlangen und die Verkaufszahlen zu steigern. Aber auch über Berufsmusiker wird bisweilen mit skandalträchtigen Überschriften wie "Pille und Promille im Orchestergraben" berichtet. Deshalb gilt es als erstes, Stereotyp und Wirklichkeit von Drogengebrauch in der Musik kritisch zu hinterfragen. In einem nächsten Schritt wird erprobt, inwiefern Kenntnisse und Wissen über Drogengebrauch hilfreich sind, um Musik, Texte und Rezeptionszusammenhänge besser zu verstehen. Hierzu werden wir die wichtigsten Substanzen und ihre Wirkmechanismen kennenlernen. Hauptteil der Vorlesung ist aber eine Exploration der Kulturgeschichte, welche dem historischen Zeitverlauf entgegengesetzt angelegt ist. Wir beginnen also in der Gegenwart (über die wir am meisten wissen) und bewegen uns über das 20. Jahrhundert (über das wir viel wissen), das 19. Jahrhundert (über das wir einiges wissen) über das Mittelalter nach und nach zurück bis in die Antike (wo wir nur noch über sehr ungesicherte Kenntnisse verfügen). Parallel dazu beschäftigen wir uns mit Fragen der (inter-)kulturellen Bedeutung des Erlangens veränderter Bewusstseinszustände (engl. "altered states"). Zuletzt werden wir in der Lage sein, aktuelle Praktiken und Probleme ('Warum gelten Drogen als 'cool'?) fundiert und reflektiert zu beurteilen.

Modul L1/ 07 B, D Modul L2/ 06 B Modul L3/ 07 C, 13 B

Anforderungen für die Bestätigung der Modulkomponente:

Regelmäßige Teilnahme. Es ist keine Prüfung/Klausur vorgesehen - diese Leistungen müssen in den anderen Veranstaltungen erbracht werden, die zu den o. g. Modulen gehören.

Kontakt:

jan.hemming
@uni-kassel.de

Literatur:

Literaturliste und Materialien (passwortgeschützt)