Fachrichtung Musik, SS 2007

PS: Theorie und Praxis qualitativer Verfahren der Musikpsychologie

Uhrzeit: 14:00-15:30

Prof. Dr. Jan Hemming

Terminübersicht (Stand17.11.2016):

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19.4. Einführung und vermutete Charakteristika von Ohrwürmern. Warum qualitative Forschung?  

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26.4. Wir brauchen Beispiele für ohrwurmverdächtige Stücke aus möglichst vielen musikalischen Richtungen / Stilen. Bitte Vorschläge mitbringen und begründen. Sollten Musikbeispiele manipuliert werden?

Sammlung weiterer vermuteter Charakteristika von Ohrwürmern.

 

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3.5. Theoriesitzung I: Bisherige Theorien zum "Ohrwurm" (drei Texte nach Absprache: D. de LaMotte 1993, Kraemer et al. 2005, Spiegel-Online 26.6.2004)  

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10.5. Interviewtechniken und Konzeption eines Leitfadens auf der Basis der Theorien und der vermuteten Charakteristika (Friebertshäuser)  
  17.5. Himmelfahrt  

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24.5. Einführung in die Präferenzforschung und Vorschlag für einen Begeleitfragebogen.  

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31.5. Abschließendes Festlegen der Musikbeispiele

Anpassung der Interviewleitfäden, Anschreiben und Begleitfragebögen

Beginn der Vervielfältigung von CDs. Bereitstellung der Materialien im Sekretariat.

 
  7.6. Fronleichnam  

7

14.6. Grundlagen qualitativer Forschung in Anlehnung an die "Grounded Theory". Die Verfahrensweise der Kodierung mit einem offenen Kategoriensystem.

Beginn der Forschungen

 

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21.6. Theoriesitzung II: Musik und Gedächtnis (Snyder 2000, Bruhn 2005)

Am Beispiel der ersten Daten: Kodieren und Inhaltsanalyse mit dem Programm MaxQda

Tillmann Eller

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28.6. Gemeinsame Arbeit an den Daten und Entwicklung eines Kategoriensystems

Spätestens Ende Juni müssen alle Interviews abgeschlossen sein und in transkribierter Form vorliegen

 

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5.7. Musikalische Charakteristika der "Ohrwurm"-Stücke  

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12.7. Zusammenführung der Ergebnisse. Entwurf eines wissenschaftlichen Posters?

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19.7. Abschlussdiskussion: Verhältnis der neuen Erkenntnisse zu bisherigen Stand der Forschung.  

Kommentar:

In diesem Seminar steht die praktische Arbeit im Mittelpunkt. Dabei wollen wir uns versuchsweise mit einem weitgehend unerforschtem Phänomen beschäftigen, das dennoch jeder kennt: dem „Ohrwurm“. In einem ersten Schritt werden wir geeignete Musik aussuchen (evtl. modifizieren) und eine entsprechende CD zusammenstellen. Diese wird an Versuchspersonen zum intensiven Anhören verteilt. Deren Erfahrungen werden in darauf folgenden, kurzen Interviews festgehalten, die transkribiert werden müssen und anschließend mit Hilfe qualitativer Verfahren ausgewertet werden. Wird ein „Ohrwurm“ als angenehm oder unangenehm empfunden? Ist er ein positives oder negatives Merkmal in der Beurteilung von Musik? Gibt es einen Zusammenhang zu den musikalischen Präferenzen der Versuchsperson? Die Ergebnisse der Projektarbeit sollen zum Semesterende in Form eines wissenschaftlichen Posters dargestellt werden.

Anforderungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises (Schein) bzw. Bestätigung der Modulkomponente "Musikpsychologie / Soziologie"

Durchführung, Transkription und Kodierung von drei Interviews

und

Übernahme eines mündlichen Referats oder von Aufgaben der To-Do-List (nach Absprache)

Anforderungen für die Bestätigung der Modulkomponente "Praxis des musikwissenschaftlichen Arbeitens"

Durchführung, Transkription und Kodierung von drei Interviews (die Anzahl kann durch Übernahme von Aufgaben der To-Do-List verringert werden)

To-Do-List

Kontakt:

jan.hemming
@uni-kassel.de

Forschungsmaterialien (intern)

Ohrwurm2007 gesamt.mx2

Ohrwurm 2007 Auswertung Begleitf-FB mit Arbeitsvermerken.xls

Literatur:

Ausleihbare Bücher werden im Semesterapparat "Hemming4" bereitgestellt, Präsenzexemplare (z. B. Lexika und Handbücher) verbleiben an ihrem regulären Aufstellort

Blackmore, Susan (2000): Drei Probleme mit den Memen. In: Die Macht der Meme - oder - Die Evolution von Kultur und Geist. (S. 100-120). Heidelberg, Berlin: Spektrum.

Borgschulze, Martina (2001): Artikel "Ohrwurm". In: Pethes, Nicolas & Ruchatz, Jens (Hrsg.): Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Lexikon. (S. 424). Reinbek: Rowohlt.

Bruhn, Herbert (2005): Wissen und Gedächtnis. In: Stoffer, Thomas & Oerter, Rolf (Hrsg.): Allgemeine Musikpsychologie (S. 537-590). Göttingen: Hogrefe (= Enzyklopädie der Psychologie. Musikpsychologie; 1).

Burns, Gary (1987): A typology of 'hooks' in popular records. Popular Music, 4(1), S. 1-20.

Carlston, Donal E. & Smith, Eliot R. (1996): Principles of mental representation. In: Higgins, E. T. & Kruglanski, Arie W. (Hrsg.): Social Psychology. Handbook of basic priciples. (S. 184-210). New York: Guilford Press.

Creswell, John (1998): Qualitative inquiry and research design. Choosing among five traditions. Thousand Oaks: Sage.

Cuddy, Lola & Lunney, Carole (1995): Expectancies generated by melodic intervals: Perceptual judgements of melodic continuity. Perception & Psychophysics, 57(4), S. 451-462.

Eckert, Cornelius (1979): Der "Ohrwurm": Zur Psychopathologie des Alltagslebens. Psyche, 33(6), S. 545-550.

Friebertshäuser, Barbara ([1997] 2003): Interviewtechniken - ein Überblick. In: Friebertshäuser, Barbara & Prengel, Annelore (Hrsg.): Handbuch qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. (S. 371-395). Weinheim, München: Juventa.

Godøy, Rolf Inge & Jørgensen, Harald (Hrsg.) (2001): Musical Imagery. Lisse: Swets & Zeitlinger. [Buch wurde bestellt]

Gruhn, Wilfried (2004): Was ist Audiation? Zur Rettung eines wissenschaftlichen Begriffs. Diskussion Musikpädagogik(21), S. 51f.

Gruhn, Wilfried & Altenmüller, Eckart (1995): Das Bild der Musik im Kopf. Musikverarbeitung in der Darstellung kortikaler Aktivierungspotentiale. In: Gembris, Heiner, Kraemer, Rudolf-Dieter & Maas, Georg (Hrsg.): Physiologische und neurophysiologische Aspekte musikalischen Wahrnehmens, Verarbeitens und Verhaltens. (S. 11-40). Augsburg: Wißner (= Musikpädagogische Forschungsberichte Bd. 5 / Forum Musikpädagogik Bd. 21).

Halpern, Andrea (1992): Musical aspects of auditory imagery. In: Reisberg, Daniel (Hrsg.): Auditory imagery. (S. 1-27). Hillsdale, NJ.: Erlbaum.

Halpern, Andrea & Zatorre, Robert (1999): When that tune runs through your head. A PET investigation of auditory imagery of familiar melodies. Cerebral Cortex(9 (Oct-Nov)), S. 679-704.

Kemming, Katharina (1995): Lieder heute. Lehrerband für Stammausgabe und erweiterte Ausgabe. darin: "Ohrwürmer" S. 183-187. Leipzig u.a.: Klett.

Kraemer, David J.; Macrae, C. Neil; Green, Adam E. & Kelley, William M. (2005): Sound of silence activates auditory cortex. Nature, 434(7030), S. 158.

Kuckartz, Udo (1999): Computergestützte Analyse qualitativer Daten. Eine Einführung in Methoden und Arbeitstechniken. Opladen: Westdeutscher Verlag.

La Motte, Diether de (1993): "Ohrwürmer". In: Melodie. Ein Lese- und Arbeitsbuch (S. 350-363). München: dtv.

Reisberg, Daniel (Hrsg.) (1992): Auditory imagery. Hillsdale, NJ.: Erlbaum.

Snyder, Bob (2000): Music and memory: an introduction. Cambridge, Mass: MIT Press.

Strauss, Anselm & Corbin, Juliet (1996): Grounded Theory. Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz.

Strübing, Jörg (2004): Grounded theory: Zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung des Verfahrens der empirisch begründeten Theoriebildung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften (= Qualitative Sozialforschung; 15).

Zanette, Damián H. (2004): Zipf's law an the creation of musical context. Verfügbar unter: http://www.arxiv.org/pdf/cs/0406015 [12.4.2007]