Fachrichtung Musik, SS 2006

Se: Forschungen mit dem "Continuous Response Digital Interface" (CRDI)

Prof. Dr. Jan Hemming

Terminübersicht (Stand18.07.2016):

-

18.4

Musste wegen Krankheit leider entfallen

 

1

25.4.

Einführung, Semesterplan, Modus des Erwerbs eines Leistungsnachweises  

2

2.5.

Grundlagen der Forschung mit dem CRDI: Gregory 1995 / Madsen 1998  

3

9.5.

Grundlagen der "Hörerziehung": Rauhe 1975 / Gruhn 2005  

4

16.5.

Einführung in die Präferenzforschung  

5

23.5.

Theoretische Vertiefung  

6

30.5.

Entwurf eines Versuchsdesigns: Vorgehensweise, Musikbeispiele usw.  

7

6.6.

Musste wegen Krankheit leider entfallen  

8

13.6.

Musste wegen Krankheit leider entfallen  

9

20.6.

Pretest: erster Versuchsdurchlauf  

10

27.6.

Auswertung des Pretests, Optimierung des Versuchsdesigns  

11

4.7.

Versuchsdurchführung(en)  

12

11.7.

Erste Ergebnisse / Fazit / Abschlussdiskussion

 

-

18.7.

Fachpraktische Prüfungen

 

Kommentar:

Das CRDI ist ein technisches Gerät, das es ermöglicht, Reaktionen auf Musik in ihrem aktuellen Verlauf zu erfassen. Während die Versuchspersonen einer Musik folgen, haben sie die Möglichkeit, an einem Stellrad (dial), dessen Position digital ausgelesen wird, je nach Aufgabenstellung z.B. den individuell erlebten Spannungsverlauf nachzuzeichnen. Diese Versuchsanordnung soll im Seminar dazu benutzt werden, den Grad der Differenziertheit des Hörens zu ermitteln, der durch jeweils vorherrschende Hörweisen (analytisch, emotional oder assoziativ) bei verschiedenen Musikbeispielen erreicht werden kann. Im Mittelpunkt stehen Planung, Durchführung und Auswertung dieses Experiments, um auf diese Art und Weise die Praxis empirischen musikpsychologischen Arbeitens kennen zu lernen. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse auch interessante Rückschlüsse auf die pädagogische Praxis (Stichwort „Hörerziehung“) zulassen.

Die Veranstaltung kann als Modulkomponente L3/4 „Praxis des musikwissenschaftlichen Arbeitens“ gewertet werden.

Kontakt:

jan.hemming
@uni-kassel.de

Ergebnisse:

Seminarteilnehmerinnen und Teilnehmer können sich hier einen Einblick in die ersten Ergebnisse verschaffen:

CRDI-Endauswertung.zip (0,5 MB) - Archiv mit den zusammengefassten Verlaufskurven aller Versuchsdurchläufe

CRDI-Noten.zip (1,5 MB) - Archiv mit Dateien zu den Noten oder der Hörpartitur (sofern vorhanden)

Literatur:

Ausleihbare Bücher werden im Seminarapparat bereitgestellt, Präsenzexemplare (z. B. Lexika und Handbücher) verbleiben an ihrem regulären Aufstellort

 

Dopheide, Bernhard (1978): Musikhören, Hörerziehung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Flath-Becker, Sigrid & Konecni, Vladimir (1984): Der Einfluß von Streß auf die Vorlieben für Musik. Theorie und Ergebnisse der Neuen experimentellen Ästhetik. Jahrbuch Musikpsychologie, 1, S. 23-52.

Gall, Sieghard (1996): Das REACTOSCOPE (R) - ein Verfahren zur Beurteilung von Musik im zeitlichen Verlauf. In: Kaiser, Hermann J. (Hrsg.): Geschlechtsspezifische Aspekte des Musiklernens. (S. 249-258). Essen: Die blaue Eule (= Musikpädagogische Forschung Bd. 17).

Gembris, Heiner & Hemming, Jan (2005): Musikalische Präferenzen. In: Stoffer, Thomas & Oerter, Rolf (Hrsg.): Spezielle Musikpsychologie (S. 279-342). Göttingen: Hogrefe (= Enzyklopädie der Psychologie. Musikpsychologie; 2).

Gerlach, Julia & Hemming, Jan (1993): Ein Experiment zur Formwahrnehmung bei elektronischer Musik. Jahrbuch Musikpsychologie, 10, S. 56-74.

Gregory, Diane (1995): The continuous response digital interface. An analysis of reliability measures. Psychomusicology, 14(Spring/Fall), S. 197-208.

Gruhn, Wilfried (2005): Artikel "Hörerziehung". In: Helms, Siegmund, Schneider, Reinhard & Weber, Rudolf (Hrsg.): Lexikon der Musikpädagogik (S. 100-105). Kassel: Bosse.

Hörmann, Stefan (1996): Beurteilung von Musik im zeitlichen Verlauf - Präferenzforschung mit dem Reactoscope (R). In: Kaiser, Hermann J. (Hrsg.): Geschlechtsspezifische Aspekte des Musiklernens. (S. 259-282). Essen: Die blaue Eule (= Musikpädagogische Forschung Bd. 17).

Kraemer, Rudolf (1972): Anzeigen musikalischer Ereignisse mit Hilfe eines Meßgerätes zur Erfolgsmessung und Leistungsüberprüfung im Musikunterricht. Die Musikforschung, 25(3), S. 332-333.

Kreutz, Gunter (2002): "Jede Sehnsucht hat eine Melodie." Basisemotionen in der Musik und im Alltag. Jahrbuch Musikpsychologie, 16, S. 66-83.

Madsen, Clifford (1998): Emotion versus tension in Haydn's symphony No. 104 as measured by the two-dimensional continuous response digital interface. Journal of Research in Music Education, 46(4), S. 546-554.

Rauhe, Hermann (1975): Kategoriale Erfassung musikalischer Hörvorgänge durch Entwicklung korrespondierender Rezeptionskategorien und Analyse ihrer Bedingungszusammenhänge. In: Rauhe, Hermann, Reinecke, Hans-Peter & Ribke, Wilfried (Hrsg.): Hören und Verstehen: Theorie und Praxis handlungsorientierten Musikunterrichts (S. 137-144 & 242-243). München: Kösel.

Rötter, Günther (1987): Die Beeinflussbarkeit emotionalen Erlebens von Musik durch analytisches Hören. Psychologische und physiologische Beobachtungen. Frankfurt a.M.: Lang.

Sloboda, John (1991): Music structure and emotional response. Some empirical findings. Psychology of Music, 19(2), S. 110-120.

Internetseiten zum CRDI (mit vielen Literaturangaben):
http://musictherapy.fsu.edu/crdi/ [15.4.2006]
http://musictherapy.fsu.edu/crdi/referencetable.html [15.4.2006]